Mittwoch, 24. Juli 2019

Gründungspräsidentl


Walliser Schwarzhalsziege = Schönheit

Die schon seit über 1000 Jahren im Wallis ansässige Schwarzhalsziege ist optisch gesehen mit ihrem schwarzweissen Haar eine Augenweide. Sie ist ein Kulturgut des Wallis, wie die SN-Schafe, Eringer-Evolener-Kühe, Bernhardinerhunde, der Fendant und das Matterhorn. 

Früher war die Haltung von SH-Ziegen für die Bergbauernfamilien ein Müssen. Heute in der industrialisierten Zeit für ihre Liebhaber ein Dürfen. 
So kam es, dass um 1970 die SH-Ziegenzucht hier im Oberwallis auf ein Minimum von einigen hundert Tieren reduziert wurde. Das Verbot, die Milch der Ziegen in den Dorfsennereien mit der Kuhmilch zu verkäsen, kam einem Todesurteil der meisten SH-Ziegen gleich. Zum Glück entdeckten relativ junge Züchter diese Ziege wieder. In kurzer Zeit entstanden wieder über 10 Genossenschaften und der Herdebuchbestand stieg jährlich an. Zurzeit gibt es wieder um die 2500 SH-Ziegen. 
1979 wurde der Oberwalliser Ziegenzuchtverband (OZIV) gegründet und seither wird die Ziegenzucht mit Erfolg durch den OZIV geleitet. 

Der Behauptung, dass die SH-Ziege mit ihrem langen schwarzweissen Haarkleid und den schön gedrehten Hörnern, die schönste Ziege überhaupt sei, kann ich mich nur anschliessen. Das lange Haarkleid braucht jedoch zusätzliche Pflege. 
Die SH-Ziege ist sehr gebirgsgängig, robust, trittsicher, schwindelfrei, schlau und eigenwillig. Sie durchsteigt mit Stolz und Leichtigkeit Felspartien und überquert Gräte, welche ein normaler Bergsteiger ohne technische Hilfsmittel kaum zu bewältigen vermag. Da zeigt sich die Verwandtschaft zum Steinbock. 
Bei schönem Wetter macht sie die Mittagspause gerne auf einem Grat und lässt sich durch den Aufwind ihr Haarkleid durchlüften, was ihr eine Abkühlung verschafft. 
Bei Gefahr, wie etwa Hundegebell oder sonstiger Bedrohung steigt sie unverzüglich auf die höchstmögliche Stelle und hungert hier lieber, als sich hinunter in  die Gefahr zu begeben. 
Bei einer Schlechtwetterperiode teilt sie ihre Kräfte geschickt ein. Sie sucht Schutz hinter windgeschützten Felswänden und Flanken, seltener im Wald und bewegt sich nur wenn nötig.
Sie erkennt ihre Betreuer an der Stimme oder am Pfeifen auf Rufdistanz. Morgens und abends lässt sie sich aus grosser Distanz anlocken. Während der Mittagspause ist sie nicht so entgegenlauffreudig. . 
Von der SH-Ziege kann man viel lernen, zum Beispiel den Gruppenzusammenhalt, die Genügsamkeit, Ortstreue, Zutraulichkeit, die Fähigkeit Situationen richtig einzuschätzen usw. Wenn man die SH-Ziegen gut betreut, geben sie durch Anhänglichkeit und Handzahmheit ihre Zufriedenheit zu erkennen und können sehr zutraulich sein. Sie sind dann auch bereit  beim Durchkämmen und Ausmelken  ein bisschen Unangenehmes zu ertragen. 
Die Ortsschauen, Bockmärkte und Ausstellungen sind immer die Höhepunkte im Züchterjahr. Ist man mit seinen Tieren erfolgreich, erfüllt Freude und Stolz die jeweiligen Züchter. Es ist die Bestätigung auf dem richtigen Züchterweg zu sein. 
Um diese aussergewöhnliche Ziege zu züchten, braucht es Freude, Mut, Ausdauer und züchterisches Glück, jedoch auch vielfältiges Können und Wissen der Züchter.

Der Gründungspräsident des OZIV 
Schmid Hubert   

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen