Genetik und Erhalt der Kupferhalsziege
Genetisch betrachtet handelt es sich bei Kupferhalsziegen und Schwarzhalsziegen um Varianten derselben Ursprungslinie, die sich primär durch ihre Fellfarbe unterscheiden. Während die Schwarzhalsziege das bekannte schwarz-weiße Muster trägt, ist die vordere Körperhälfte der Kupferhalsziege kupferrot gefärbt.
Hier sind die Details zur genetischen Einordnung und Unterscheidung:
Gemeinsame Herkunft und Abspaltung
Ursprünglich eine Rasse: Historisch gesehen traten Kupferhalsziegen immer wieder als natürliche Farbvarianten in den Beständen der Walliser Schwarzhalsziegen auf. Sie wurden jedoch vor über 100 Jahren bei der Festlegung des offiziellen Rassestandards nicht berücksichtigt und galten lange Zeit als „fehlerhaft“.
Uralter genetischer Schlag: Experten vermuten, dass die Kupferhalsziege einen uralten genetischen Zweig der Walliser Rasse repräsentiert. Da sie sich phänotypisch (äußerlich) deutlich unterscheiden, geht man davon aus, dass sie Träger spezifischer, seltener Erbanlagen innerhalb des Walliser Genpools sind.
Heutige genetische Trennung
Einstufung als eigenständige Rasse: Um diese seltene Genetik zu retten, startete die Stiftung ProSpecieRara 2006 ein Rettungsprojekt. Seit 2021 werden die Kupferhalsziegen (zusammen mit der Grüenochte Geiss und der Capra Sempione) offiziell als eigenständige Schweizer Rassen anerkannt und in separaten Herdebüchern des Schweizerischen Ziegenzuchtverbandes (SZZV) geführt.
Management der Inzucht: Da das Rettungsprojekt für die Kupferhalsziegen mit einer sehr kleinen Basis von nur 28 lebenden Tieren begann, ist das heutige genetische Management äußerst streng. Um Inzuchtprobleme und den Verlust von Genetik zu verhindern, dürfen geplante Paarungen einen Inzuchtwert von 6,25 % nicht überschreiten.
Überwachung der genetischen Präsenz
In der Zucht wird heute der Wert der „genetischen Präsenz“ überwacht . Dieser Wert gibt an, wie stark die Genetik einzelner Tiere im gesamten (noch kleinen) Bestand der Kupferhalsziegen vertreten ist. Tiere mit seltener Genetik werden gezielt gefördert, um die Vielfalt innerhalb dieser Linie zu erhalten und sie genetisch stabil gegenüber der dominanteren Schwarzhalsziege zu festigen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der genetische Unterschied ursprünglich lediglich auf einer Mutation oder Variante der Fellfarbe beruhte, Kupferhalsziegen heute aber durch gezielte Selektion und separate Zuchtbücher genetisch als eigenständige Population stabilisiert werden.
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