Geschichte ZZG Glis 2019



Geschichte der ZZG Glis


Die ersten Statuten der ZZG sind aus dem Jahre 1969.

Offenbar muss die Genossenschaft Glis  aber schon früher bestanden haben, da einst, laut Überlieferung, die Ziegen aus Mund an die Ortsschau in Glis geführt werden mussten.


Die Gründer der Genossenschaft waren Fercher Simon, Jossen Stefan, Erpen Richard und Borter Raymund

1969 bestand also die Genossenschaft aus diesen Gründungsmitgliedern.

Das Ziel der Genossenschaft zu dieser Zeit war die Zucht und Erhaltung der vom Aussterben bedrohten Schwarzhalsziegen. Mitglieder konnten zu dieser Zeit nur Züchter von Walliserschwarzhalsziegen werden.


Die Mitgliederzahl war im Verlaufe der folgenden Jahre schwankend und bald einmal abnehmend.

Bald gab es eine Zeit, in der die Genossenschaft nur noch aus drei aktiven Züchtern bestand.

Um den Niedergang der Genossenschaft aufzuhalten wurde beschlossen dem endgegen zu wirken. 

Als eine der ersten Genossenschaften begannen wir fortan auch Züchter anderer Rassen aufzunehmen.


Diese Entscheidung brachte den Durchbruch.


Bald hatten wir interessierte Züchter aus allen umliegenden Gemeinden.


Heute ist die Genossenschaft Glis, an der Anzahl aktiver Mitglieder gemessen, neben Mund und St.Niklaus eine der grösseren Genossenschaften.


Im Jahre 2019 zählen wir Total 18 Aktive Züchter (d.h. Ziegenhalter mit Ziegen), ein Gründungsmitglied und 9 Passive Mitglieder.

Total also 28 Genossenschaftsmitglieder.


Der jährliche Höhepunkt, die Ortsschau, findet immer am 3. Samstag Oktober beim Kreisel Zeughaus statt.








Präsidenten:


1969 - 1979  Borter Raymond

1979 - 1986  Gsponer Alois

1986 - 1990  Schmid Robert

1990 -  2006  Zbinden Rene

2006 -  2011  Bortis Adrian

2011 -  heute Schmid Robert


Zuchtbuchführer:


1969 - 1999    Fercher Simon

1999 -  heute  Hischier Rene

 


Kassier:


1669 -  2002  Jossen Stefan

2002 -  2006  Escher Renato

2006 -  2016  Zbinden Rene

2016 -  heute  Nadia und Miriam Imhof



Aktuar:


1969 -  1986   Jossen Stefan

1986 -  2012   Schmid Robert

2012 -  2014   Schiller Dirk

2014 -  2015   Schmid Robert

2015 -  2017   Bohnet Sandra

2017 -  heute   Regotz Jonas



Ehrenmitglieder:


Fercher Simon

Jossen Stefan

Gsponer Alois

Fercher Hedy

Zbinden Rene

Schmid Robert



 


 

Rückblick Jubiläumsschau

Mit grossem Erfolg haben wir nun die diesjährige Ortsschau abgeschlossen.
Alle Züchter waren zufrieden. Vermutlich waren sie auch nicht mehr so verbissen wie auch schon.
Allen Besuchern nochmals vielen Dank ebenso den treuen Helferinnen und Helfern.
Alle haben super mitgemacht und somit zum guten Gelingen beigetragen. Höhepunkt war natürlich auch der Einzug der Capra Sempione Böcke von Marina und Roland und die grossen Rassenvielfalt unserer Genossenschaft.









Gründungspräsidentl


Walliser Schwarzhalsziege = Schönheit

Die schon seit über 1000 Jahren im Wallis ansässige Schwarzhalsziege ist optisch gesehen mit ihrem schwarzweissen Haar eine Augenweide. Sie ist ein Kulturgut des Wallis, wie die SN-Schafe, Eringer-Evolener-Kühe, Bernhardinerhunde, der Fendant und das Matterhorn. 

Früher war die Haltung von SH-Ziegen für die Bergbauernfamilien ein Müssen. Heute in der industrialisierten Zeit für ihre Liebhaber ein Dürfen. 
So kam es, dass um 1970 die SH-Ziegenzucht hier im Oberwallis auf ein Minimum von einigen hundert Tieren reduziert wurde. Das Verbot, die Milch der Ziegen in den Dorfsennereien mit der Kuhmilch zu verkäsen, kam einem Todesurteil der meisten SH-Ziegen gleich. Zum Glück entdeckten relativ junge Züchter diese Ziege wieder. In kurzer Zeit entstanden wieder über 10 Genossenschaften und der Herdebuchbestand stieg jährlich an. Zurzeit gibt es wieder um die 2500 SH-Ziegen. 
1979 wurde der Oberwalliser Ziegenzuchtverband (OZIV) gegründet und seither wird die Ziegenzucht mit Erfolg durch den OZIV geleitet. 

Der Behauptung, dass die SH-Ziege mit ihrem langen schwarzweissen Haarkleid und den schön gedrehten Hörnern, die schönste Ziege überhaupt sei, kann ich mich nur anschliessen. Das lange Haarkleid braucht jedoch zusätzliche Pflege. 
Die SH-Ziege ist sehr gebirgsgängig, robust, trittsicher, schwindelfrei, schlau und eigenwillig. Sie durchsteigt mit Stolz und Leichtigkeit Felspartien und überquert Gräte, welche ein normaler Bergsteiger ohne technische Hilfsmittel kaum zu bewältigen vermag. Da zeigt sich die Verwandtschaft zum Steinbock. 
Bei schönem Wetter macht sie die Mittagspause gerne auf einem Grat und lässt sich durch den Aufwind ihr Haarkleid durchlüften, was ihr eine Abkühlung verschafft. 
Bei Gefahr, wie etwa Hundegebell oder sonstiger Bedrohung steigt sie unverzüglich auf die höchstmögliche Stelle und hungert hier lieber, als sich hinunter in  die Gefahr zu begeben. 
Bei einer Schlechtwetterperiode teilt sie ihre Kräfte geschickt ein. Sie sucht Schutz hinter windgeschützten Felswänden und Flanken, seltener im Wald und bewegt sich nur wenn nötig.
Sie erkennt ihre Betreuer an der Stimme oder am Pfeifen auf Rufdistanz. Morgens und abends lässt sie sich aus grosser Distanz anlocken. Während der Mittagspause ist sie nicht so entgegenlauffreudig. . 
Von der SH-Ziege kann man viel lernen, zum Beispiel den Gruppenzusammenhalt, die Genügsamkeit, Ortstreue, Zutraulichkeit, die Fähigkeit Situationen richtig einzuschätzen usw. Wenn man die SH-Ziegen gut betreut, geben sie durch Anhänglichkeit und Handzahmheit ihre Zufriedenheit zu erkennen und können sehr zutraulich sein. Sie sind dann auch bereit  beim Durchkämmen und Ausmelken  ein bisschen Unangenehmes zu ertragen. 
Die Ortsschauen, Bockmärkte und Ausstellungen sind immer die Höhepunkte im Züchterjahr. Ist man mit seinen Tieren erfolgreich, erfüllt Freude und Stolz die jeweiligen Züchter. Es ist die Bestätigung auf dem richtigen Züchterweg zu sein. 
Um diese aussergewöhnliche Ziege zu züchten, braucht es Freude, Mut, Ausdauer und züchterisches Glück, jedoch auch vielfältiges Können und Wissen der Züchter.

Der Gründungspräsident des OZIV 
Schmid Hubert